16. April 2011 von Hans
Natürlich hat mir die Ungewissheit um die Umbenennung der Rosen- in Rossenstrasse keine Ruhe gelassen. Beim Forstbetrieb Winterthur zeigte sich Herr Beat Kunz als sehr hilfsbereit und verwies mich auf das 331. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur von 2001, wo von Roosen, Rossen oder Roossen als bewässerten Gruben für die Flachsverarbeitung die Rede ist.
Unter den Suchwörtern Rossen, Weiterlesen…
25. März 2011 von Hans
… oder rössige Rosen. Einer der ersten Kinderwitze kam mir heute in den Sinn. Er wurde mir damals von meinen Eltern erzählt. Es ging um einen Knaben, der auf seinen Wunschzettel etwas unbeholfen geschrieben hatte: Ein Röselein und ein Weggelein. Er war dann sehr enttäuscht, als er nur eine Blume und ein weisses Brötchen erhielt, wo er doch an ein Rösslein mit einem Wägelein gedacht hatte.
Liebe Bekannte von mir in Seen schwärmen von jenem wundersamen Waldplatz am Beginn des Steintobels, südlich der Eschenberg-Lichtung. Sie nennen ihn den Zauberplatz. Die Szenerie mit der von den zusammenfliessenden Bächen wild zerklüfteten Sandsteinfluh im diffusen Licht der hohen Laubbäume, mit kleinen Höhlen, Tümpeln, Wasserkaskaden und bizarren Totholzgebilden hat tatsächlich etwas Faszinierendes, Zauberhaftes. Weil mittendrinn eine fünfgliedrige Weggabelung eine „Hand“ bildet, exakt wie die riesige Pratze eines grossen Waldgeistes, habe ich im Frühjahr 2008 meine Versli zu diesem Naturschauspiel „Waldgeischter-Hand“ genannt (siehe Kategorie „Chliini Poesie“ in diesem Blog). Ich verwendete darin unter anderem die offiziellen geographischen Bezeichnungen „Rosenbach“ und „Rosenstrasse“.
Das Epos ist jetzt Abfall. Bei meiner heutigen Exkursion ins Steintobel traute ich meinen Augen nicht. Die vertrauten hölzernen Waldstrassen-Schilder der Rosenstrasse sind durch neue ersetzt. Sie fallen sofort auf, weil sie so schön neu sind, glänzend lackiert und die eingekerbte Schrift mit leuchtend-neuer roter Farbe ausgezogen. Das Strässchen, in meinem Hand-Vers der kleine Finger, heisst jetzt „Rossenstrasse“. Zuerst dachte ich an einen Fehler. Schreibfehler auf einem offiziellen Schild sind ja immer besonders peinlich, wenn auch lustig. Aber nein! An der Kreuzung mit der Burgstallstrasse kommt die Bestätigung: nochmals „Rossenstrasse“. Falls entsprechende Forschungen über historische Flurnamen zu dieser Korrektur geführt haben, ist die Erkenntnis ja sicher wichtig genug, dass wir noch davon hören werden. Oder beschäftigt vielleicht das städtische Forstamt einen Lehrling mit Migrationshintergrund?
11. März 2011 von Hans
Das Gleiche in unterschiedlicher Stillage sagen, brachte den Philosophen Bertrand Russell auf die Idee, dies als «Konjugation von „irregular verbs“, unregelmässigen Verben» zu tun. (Siehe Artikel „Neuartige Konjugation“ vom September 2010 in diesem Blog).
Seine Beispiele und die Leser-Einsendungen eines Preisausschreibens, veranstaltet 1948 vom «The New Statesman» sind so umwerfend, dass es einen unwiderstehlich reizt, eigene zu erfinden; … – habe ich gemeint, … – aber es kommt eigentlich kaum etwas. Hier halt wieder einer vom eigenen Mist:
Ich äussere mich prägnant.
Du wetterst unkultiviert.
Er flucht wie ein Fuhrmann.
22. Januar 2011 von Hans

Die Fragen stellte F.R. Ugly
Herr Hans, händ Sie de Läser vo Aebiroad öppis z säge zu de Waffeschutz-Initiative?
Ja, das han i allerdings! Ich ärgere mich z Tod über das Politisiëre by flyshits. Es dunkt mi, sit me über s Internet so liëcht cha Underschrifte sammle, lanciëri jede Chüngelizüchterverein sini Volksinitiative zum sich wichtig mache.
Sind Sie dänn nüd stolz uf eusi diräkti Demokratie?
Momoll, scho. Aber grad dië Volksinitiative “Für den Schutz vor Waffengewalt“ isch für mich es Biispiel, wië d Volksrächt missbruucht werded, zum a Detail umeschrüüble; und jedes Mal mit eme Flick a de Verfassig.
Lueged Sie dänn dië Gfahr, wo vo de Armeewaffe uusgaht, als es unwichtigs Detail aa?
Nei, es gaht mer da ja nöd emal um dië Sach. Ich bin au kän Waffe-Fän und bin au de Meinig, im Bäseschrank bruuchis kei Ggwehr. Aber ich wähle Bundesparlamäntarier und dië wähled e Regierig. Und s VBS söll gfelligscht zäme mit em Parlamänt d Armee a neui Umständ aapasse. Aber mit Konzept und ere umfassende Armeereform! Nöd mit punktuelle Flick! In ere reformiërte Schwiizer-Armee ghöört ja sicher au s Obligatorisch abggschafft. Und dänn bruuchts usserhalb vo de Diënscht au kä Ggwehr me.
Und wië söll me dänn stimme?
Bi Initiative vo so sälber ernännte Komitee stimm ich meischtens gäg de Aatrag. Luëged Si jetz im Kanton Züri. Da hämmer gliichziitig au e kantonali Verchehrssicherheits-Initiative. Ohni irgend e Not, wott da en Klub i d Budgethohheit vo Kantons- und Regiërigsrat iigriffe. Meischtens sinds sogar Parteïe, wo mit ere populäre Näbesach wänd en Abstimmigs-Sieg iiheimse. Nur wäge Wahlkampf-Loorbeere. So gitt s vo rächts Minarettsverbots- und Uusschaffigs-Initiative und vo links irgend en Idee, wië me chönnt de n andere Lüüt ihres Gäld verteile.
Aber was isch dänn da draa so schlächt?
Dass nu no gglaferet wird und nüüt gglieferet! Radio- und Fernseh-Diskussione und e Fluët vo Läserbriëf beschäftiged sich nu no uusschliësslich mit e so politische Näbeggrüüsch und Politiker und Ämter vergässed debii s eigentliche Regiëre und s Löösigeschaffe bi de ächte aastehende Problem. Sächzg Prozänt vo de Stimmberächtigte stinked dië Parteïe-Kampfspieli und si gönd drum gar nümm go stimme.
Herr Hans, hüt händ Sie glaub nöd e so n en guëte Tag. Mir bliibed trotzdem wieder draa und tanked für das Gschprôôch.
7. Januar 2011 von Hans
Was habe ich mich da immer aufgeregt über das Verludern der Mundart: Es ist ja mit dem Hochdeutschen überhaupt nicht besser. Die gleichen Youppies, die in der In-Szene ihr eigenes Lifestyle-Schweizerdeutsch entwickeln, sind auch beim Manager-Slang auf Hochdeutsch tätig. Da lese ich im Tagi von einer Aktion der SonntagsZeitung, welche 30 Schweizer Topmanager nach Wünschen und Vorsätzen für 2011 befragt haben soll. Die Antworten sind umwerfend. Der Wortschatz zwar eher knapp, dafür umso einheitlicher, das heisst, Weiterlesen…